Die Grammatikfallen, die vom Deutschen kommen

Das hier ist keine Grammatik von vorne. Es sind die dreizehn Strukturen, die im Training bei fast jeder deutschsprachigen Person auftauchen – auch bei denen, die seit Jahren fließend auf Englisch arbeiten. Alle haben denselben Ursprung: Im Deutschen funktioniert es genau so, im Englischen eben nicht.

Durchgestrichen steht jeweils die Fassung, die sich richtig anfühlt. Darunter die, die es ist.

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Zeiten

  • I have seen him yesterday.

    I saw him yesterday.

    Das deutsche Perfekt deckt beide englischen Zeiten ab, das englische nicht. Sobald ein abgeschlossener Zeitpunkt genannt wird (yesterday, last week, in 2024), muss das Past Simple stehen.

  • I work here since three years.

    I have worked here for three years.

    Zwei Fehler in einem Satz: seit wird zu for bei Zeiträumen und zu since nur bei Zeitpunkten – und die Zeit ist Present Perfect, weil es andauert.

  • I meet the client tomorrow.

    I'm meeting the client tomorrow.

    Für feste Termine nimmt das Englische die Verlaufsform, nicht das Präsens. I meet klingt nach Gewohnheit, nicht nach Kalendereintrag.

Die teuren Fälle

  • You must not sign this today.

    You don't have to sign this today.

    Der gefährlichste Satz dieser Liste. Must not heißt Sie dürfen nicht – ein Verbot. Sie müssen nicht ist you don't have to. In einem Vertragsgespräch ist das der Unterschied zwischen einem Verbot und einer Freiwilligkeit.

  • Please send it until Friday.

    Please send it by Friday.

    Until heißt bis durchgehend, by heißt spätestens am. Bei Fristen ist fast immer by gemeint.

  • We need more informations.

    We need more information.

    Information, advice, feedback, research und equipment haben im Englischen keinen Plural. Wenn Sie zählen wollen: two pieces of information.

Satzbau

  • Yesterday went I to the client.

    Yesterday I went to the client.

    Die deutsche Inversion nach einer vorangestellten Zeitangabe gibt es im Englischen nicht. Subjekt bleibt vor dem Verb, immer.

  • Can you tell me where is the meeting room?

    Can you tell me where the meeting room is?

    In der indirekten Frage verschwindet die Fragestellung: Subjekt vor Verb. Ein Klassiker, der auch bei sehr gutem Englisch noch auftritt.

  • I look forward to hear from you.

    I look forward to hearing from you.

    Nach to als Präposition steht die -ing-Form. Dieser eine Satz steht unter Tausenden von Geschäfts-E-Mails – oft falsch.

  • We have a two-hours meeting.

    We have a two-hour meeting.

    Als Adjektiv vor dem Substantiv bleibt die Zeitangabe im Singular: a ten-minute call, a three-day workshop.

Wortwahl mit Grammatikfolgen

  • We must make a decision until Monday.

    We need to make a decision by Monday.

    Must wirkt im Englischen deutlich strenger als das deutsche müssen – es klingt nach Anordnung von oben. Im Team ist need to oder we should der normale Ton.

  • I will do a call with the supplier.

    I'll have a call with the supplier.

    Do und make lassen sich nicht aus dem Deutschen ableiten: eine Entscheidung wird made, Geschäfte werden done, ein Anruf wird had oder made.

  • I'm since 2019 in the company.

    I've been with the company since 2019.

    Zeitangaben stehen im Englischen fast nie zwischen Subjekt und Verb. Und man ist with a company, nicht in ihr.

Diese Muster verschwinden nicht durch Lesen, sondern durch Benutzen. Genau daran arbeiten wir im Training.

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